EMDT_European Medical Device Technology

Medtech Insider, Fall 2013

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BRANCHEN-NEWS Fraunhofer eröffnet Testlabor für Medizintechnik F raunhofer eröffnete am 18. Juli 2013 nach mehrmonatiger Bauzeit das „Hospital Engineering Labor" im Duisburger Fraunhofer-inHaus-Zentrum. Das Labor soll für Medizintechnikhersteller und -anwender eine Testumgebung schaffen, um neue Technologien für ihren künftigen Praxiseinsatz zu überprüfen und zu qualifizieren. Mit dem Ansatz wollen die Initiatoren verschiedene Maßnahmen und deren Einfluss auf das „Gesamtsystem Krankenhaus" umfassend bewerten. Aufgrund des Kostendrucks müssen Krankenhäuser immer komplexere Behandlungen mit immer weniger Personal durchführen. Daher möchten die Partner mit dem Labor nicht nur neue Technologien testen, sondern auch Arbeitsabläufe und Versorgungswege verbessern. So entlasten zum Beispiel sensorgestützte Assistenzsysteme das Personal und bieten gleichzeitig mehr Komfort und Sicherheit für Patienten, indem sie es ermöglichen, die Umgebung auf spezielle Patientenbedürfnisse auszurichten. „Wir wollen im gesamten Prozessgeschehen einer Klinik unnötige Kosten vermeiden und durch intelligente Technik eine höhere Versorgungsqualität und Kosteneffizienz erreichen", sagt Wolfgang Deiters, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer ISST. Technisch geht es unter anderem darum, wie Krankenhäuser verschiedene Informations- und Diagnoseverfahren datentechnisch integrieren können. Die Automatische Dokumentation mithilfe von RFID-Funkchips sowie ein mobiler Arbeit im Labor soll OP-Tisch. Foto: Markus Steur/Fraunhofer neue Wege der Vernetfür einen Eingriff vollständig vorliegen. zung aufzeigen und Möglichkeiten, mit der Federführend sind die vier Fraunhofersteigenden Datenflut umzugehen. Institute aus dem Ruhrgebiet: IMS in Ein weiteres Thema sind mobile Funkchips Duisburg, UMSICHT in Oberhausen, IML in auf Basis von RFID. Über RFID-Etiketten Dortmund sowie das projektleitende ISST in lassen sich beispielsweise zahlreiche Dortmund. Daneben arbeiten mehr als 80 Vorgänge im OP überwachen und automaIndustrie-, Netzwerk- und Wissenschaftstisiert dokumentieren, sei es um festzustelpartner an dem Projekt mit. Das Labor ist len, welcher Patient und welches Personal offen für die Zusammenarbeit mit weiteren gerade im OP-Saal anwesend sind oder ob Unternehmen und Kliniken. die benötigten Materialien und Hilfsmittel Innovative Branche: Medizintechnik führend bei Patentanmeldungen A us dem Jahresbericht 2012 des Europäischen Patentamtes geht hervor, dass die Medizintechnik im vergangenen Jahr mehr Patente angemeldet hat als jede andere Technologiebranche in Europa. Mit 10 412 Patenten liegt die Medizintechnik deutlich vor den Kategorien Elektronische Geräte, Digitale Kommunikation, Computertechnologien und Transportwesen. Allerdings fällt die Zuwachsrate bei 8 / Herbst 2013 magenta cyan yellow black den Anmeldungen in der Medizintechnik mit 1,6 Prozent deutlich geringer aus als beispielsweise im Bereich der digitalen Kommunikation, der über 20 Prozent mehr Patente als im Vorjahr registrierte. Nach Ansicht des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) ist der erneute Spitzenplatz der Medizintechnik ein weiterer Beleg für die große Innovationskraft der Branche und die gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ingenieuren. „Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller mit Produkten, die höchstens drei Jahre alt sind. Durchschnittlich investieren die forschenden MedTech-Unternehmen rund 9 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung", so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Damit spiele der Innovations- und Forschungsstandort Deutschland für die MedTech-Unternehmen eine besonders wichtige Rolle. emdt.co.uk ES323837_MI1310_008.pgs 09.24.2013 05:12 UBM

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