EMDT_European Medical Device Technology

Medtech Insider, Fall 2013

Issue link: http://dc.cn.ubm-us.com/i/183960

Contents of this Issue

Navigation

Page 21 of 27

Feature Einkaufen oder Selbermachen? Durch Auftragsfertigung können Unternehmen Geld sparen und Kosten auslagern. Dennoch ist es für viele Firmen ein schwerer Schritt. Denn Outsourcing ist vor allem eine Frage des Vertrauens. Thomas Klein D Unternehmen sollten für ihre „Make-OrBuy"-Entscheidung alle Faktoren von der Materialbeschaffung bis hin zur Qualitätskontrolle einbeziehen. immer auch mit einem Investitionsrisiko verbunden. Daher erscheint es vielen Firmen ratsam, dieses Risiko auszulagern. Zum anderen vergeben Unternehmen ihre 22 / Herbst 2013 magenta cyan yellow black Von der Anschaffung und dem Betrieb von Maschinen über die Lagerhaltung und Logistik bis hin zum Einkauf können Auftragsfertiger die Skaleneffekte der hohen Stückzahlen nutzen. Produktion an Dienstleister, damit sie sich stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Gerade in einem Bereich wie der Medizintechnik mit immer kürzen Produkt- und Innovationszyklen kann es eine sinnvolle Strategie sein, die Fertigung aus dem Haus zu geben, um Ressourcen gezielter auf das Kerngeschäft lenken zu können. Oft lohnt sich die Anschaffung von Maschinen erst ab einer bestimmten Auslastungsgrenze. „Der Vorteil für Auftragsfertiger besteht darin, dass sie gegenzyklische Produkte kombinieren und so die Anlagen besser auslasten können", so Stoll. Für ihn können die Firmen vor allem die Fixkosten drücken, indem sie ihre Produktion auslagern. „Das Unternehmen kann dadurch einen Teil seiner Overheadkosten einsparen. Von der Anschaffung und dem Betrieb von Maschinen über die Lagerhaltung und Logistik bis hin zum Einkauf können Auftragsfertiger die Skaleneffekte der hohen Stückzahlen nutzen." Stoll rät, dass sich ein Hersteller für seine „Make-Or-Buy"-Entscheidung erst ein vollständiges Bild über seine Kosten macht, in das er alle Faktoren von Materialbeschaffung bis hin zur Qualitätskontrolle einbezieht. Häufig ergeben sich die nachhaltigsten Kostenvorteile, indem das Unternehmen Strukturaufwände reduziert oder vermeidet und synergetisch vorhandene Strukturen beim Dienstleister nutzt. Schließlich sollte er den Auftragsfertiger möglichst früh in den Designprozess einbeziehen. 80% der Produktkosten werden während des Designprozesses definiert und nur so könne sichergestellt werden, dass die Skaleneffekte auch tatsächlich greifen. Damit so ein enges Zusammenspiel funktionieren kann, ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber entscheidend. Bei Stoppani wird das erreicht, indem die Kunden mit permanenten Teams vom Design bis Produktauslauf zusammenarbeiten und dadurch neben dem technischen Verständnis auch die Kommunikation über die Unternehmensgrenzen hinweg möglichst effizient gestaltet werden kann. Foto: Stoppani AG ie Produktion gilt den meisten Unternehmen als ihr Herzstück. Der Gedanke, das eigene Produkt bei einem Auftragsfertiger herstellen zu lassen, schreckt viele ab. Sie befürchten, dadurch eigenes Know-how zu verlieren und sich in eine Abhängigkeit von ihrem Auftragnehmer zu begeben. Damit ein Unternehmen sich doch zu diesem Schritt entschließt, müssen einige Bedingungen gegeben sein. Ein wichtiger Grund für diese Entscheidung ist für viele Unternehmen sicherlich der Kosten- und Wettbewerbsdruck, der gerade im Gesundheitssektor in den letzten Jahren extrem zugenommen hat. Für Stephan Stoll, den CEO des schweizerischen Auftragsfertigers Stoppani, gibt es vor allem zwei Gründe, warum Unternehmen sich entscheiden, ihre Produktion zumindest teilweise aus dem Haus zu geben. Zum einen sind das Unternehmen, die Kapazitätsengpässe feststellen, weil sie schnell gewachsen sind oder eine stark schwankende Marktnachfrage eine akzeptable Kapazitätsauslastung unmöglich machen. Die eigene Produktion zu erweitern, ist emdt.co.uk ES325349_MI1310_022.pgs 09.25.2013 21:35 UBM

Articles in this issue

Links on this page

Archives of this issue

view archives of EMDT_European Medical Device Technology - Medtech Insider, Fall 2013