EMDT_European Medical Device Technology

Medtech Insider, Fall 2013

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Feature Medizintechnik in Deutschland: Starker Standort, schwaches Wachstum zuhause Die Geschäfte der deutschen Medizintechnikunternehmen gehen gut. Dem ordentlichen Exportwachstum steht allerdings ein leichter Rückgang auf dem Heimatmarkt gegenüber. Um zu verstehen warum, sollte man genauer hinschauen. Thomas Klein Der Heimatmarkt Obwohl die deutschen Hersteller inzwischen fast 68 Prozent ihrer Güter exportieren, bleibt der Inlandsmarkt enorm wichtig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2010 in Deutschland über 287 Milliarden Euro für die Gesundheit ausgeben. Davon entfielen 27 Milliarden 16 / Herbst 2013 magenta cyan yellow black auf die Medizintechnik. Ein Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium rechnet damit, dass der Anteil der Gesundheitswirtschaft am deutschen Bruttoinlandsprodukt bis 2030 fast 13 Prozent betragen wird. Nicht zuletzt der demographische Wandel sorgt dafür, dass die Ausgaben für die Gesundheit steigen. Der Markt ist groß, aber der Kampf um Marktanteile verschärft sich und die Margen werden kleiner. Von Krise nichts zu spüren: Die Medizintechnikunternehmen in Eine Umfrage des BranchenDeutschland verbuchten 2012 ein Umsatzplus von 4,2 Prozent. verbandes BVmed unter Medizintechnikherstellern ergab, dass sen bestreiten, finanzieren die Bundesländie Unternehmen vor allem das der die Neuanschaffungen. Die chronisch niedrige Erstattungsniveau hierzulande knappen Haushaltsbudgets sorgen dafür, beklagen. BVmed-Geschäftsführer Schmitt dass die Mittel für Investitionen seit den sagte zu der Befragung, „Deutschland 1990er Jahren zurückgehen. Zum anderen wird als Standort für die Einführung von hat das finanzielle Gefälle zwischen den innovativen Verfahren der MedizintechnoBundesländern zur Folge, dass das Auslogie immer kritischer gesehen. Wir haben stattungsniveau in den Krankenhäusern mittlerweile international die niedrigssehr unterschiedlich ist. Daneben übt die ten Erstattungspreise beispielsweise im Konsolidierung des deutschen KrankenImplantatebereich." hausmarktes immer mehr Druck auf die Das hat größtenteils strukturelle Gründe. Margen der Medizintechnikhersteller aus. Die größten Abnehmer von medizintechLaut dem Krankenhausreport 2012 sind nischen Produkten sind die Krankhäuser, bis zu 15 Prozent der etwa 2200 Kliniken die der „dualen Finanzierung" unterliegen. von der Insolvenz bedroht. Übernahmen Während die Hospitäler die Betriebskosten und Zusammenschlüsse lassen immer und Verbrauchsgüter aus den direkten Erlö- Foto: Markus Marb, Fotolia.com D ie Finanz- und Schuldenkrise geht in ihr sechstes Jahr und hält Europa in Atem. Die Medizintechnikbranche in Deutschland scheint das wenig zu berühren. Die Geschäfte gehen weiter gut. Abgesehen von 2009 wuchs der Umsatz in der Industrie in jedem Jahr der Krise. Im letzten Jahr konnten die Unternehmen ein Umsatzplus von 4,2 Prozent verbuchen und beschäftigen mit insgesamt 94 500 Mitarbeitern etwa 2,6 Prozent mehr Menschen als 2011. Doch so ungetrübt positiv ist die Lage für die deutschen Produzenten nicht, denn es zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während das Auslandsgeschäft – gerade in den Schwellenländern – um 6,7 Prozent zulegte, ging der Umsatz auf dem deutschen Markt um 0,8 Prozent zurück. Für 2013 rechnet der Branchenverband Spectaris mit einem Umsatzplus von über vier Prozent, wobei die Unternehmen vor allem im Ausland wachsen. Im ersten Quartal diesen Jahres stiegen die Exporte um drei Prozent und das Inlandsgeschäft schrumpfte um 1,6 Prozent. emdt.co.uk ES324588_MI1310_016.pgs 09.25.2013 01:30 UBM

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