EMDT_European Medical Device Technology

Medtech Insider, Fall 2013

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Neue TechNologieN Intelligentes OP-Messer erkennt Tumorgewebe W issenschaftler am Londoner Imperial College haben ein Messer entwickelt, das unterscheiden kann, ob der Chirurg gerade in gesundes Gewebe oder in Tumorgewebe schneidet. Diese Unterscheidung ist für die Ärzte während der Operation schwierig. Häufig entfernen sie dabei gesundes Gewebe. Schneiden sie hingegen zu vorsichtig, bleiben Teile des Tumors im Körper, die sie dann in einer weiteren OP entfernen müssen. Das Messer, das die Entwickler iKnife getauft haben, nutzt elektrischen Strom, um das Gewebe wegzubrennen. Diese Technologie ist etwa 90 Jahre alt und hat den Vorteil, dass der Patient weniger blutet als bei einem Skalpell. Das Neue an dem iKnife ist, dass es den Rauch, der dadurch entsteht, mittels Massenspektrometrie analysiert. Da der Tumor andere chemische Stoffe absondert als normales Gewebe, stellt das Gerät in weniger als drei Sekunden fest, worum es sich handelt. Das funktioniert, indem das Messer die Probe mit einer Datenbank vergleicht. „Das Messer liefert die Ergebnisse fast sofort. Das ermöglicht Chirurgen ein Maß an Genauigkeit, das es bisher nicht gab. Wir denken, dass es das Potential hat, das Wiederauftreten von Tumoren zu verringern, weswegen mehr Patienten überleben", sagt Zoltan Takats, einer der Entwickler des Messers. In einer ersten Studie mit 91 Patienten hatte das Messer die erstaunliche Trefferquote von 100 Prozent. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse in dem Magazin Science Translational Medicine. US-Forscher stellen Batterie in Sandkorngröße mit 3D-Drucker her V om Lab-on-a Chip bis zum Einsatz in Implantaten: Die Miniaturisierung birgt enorme Potentiale für die Medizintechnik. Die Fortschritte in den letzten Jahren waren erstaunlich. Ein begrenzender Faktor war allerdings immer die Energieversorgung der Instrumente. Die Batterie war manchmal größer als das Gerät selbst. Einem Forscherteam von der Harvard University und der University of Illinois ist es jetzt gelungen, mittels 3D-Druck eine Lithium- Ionen-Batterie herzustellen, die nicht größer ist als ein Sandkorn. Dazu schichteten sie winzige, ineinander verflochtene Elektroden aufeinander. Der speziell angefertigte 3D-Drucker extrudierte die Anode und die Kathode, die dünner als ein menschliches Haar waren. Auch die „Tinte" des Druckers stellten die Wissenschaftler eigens aus Lithiummetalloxid her. Nach Auskunft des Forschungsteams ist die elektrochemische Leistung in Bezug auf Lebensdauer, Ladezeiten und Laufzeit vergleichbar mit herkömmlichen Batterien. „Wir haben nicht nur zum ersten Mal gezeigt, dass wir eine Batterie im 3D-Druck anfertigen können, wir haben es auf eine sehr eindrucksvolle Art gezeigt," erklärte Jennifer Lewis, Professorin an der Harvard School of Engineering and Applied Sciences (SEAS) und Seniorautorin der begleitendenden Studie. Retina-Implantat gibt Blinden ihr Augenlicht zurück D ie Gründer der Retina Implant AG aus Reutlingen haben seit über zehn Jahren auf diesen Tag gewartet. Im Juni war es endlich so weit: Das von ihnen entwickelte Implantat „Alpha IMS" hat die CE-Zulassung erhalten und kann damit europaweit vertrieben werden. 14 / Herbst 2013 magenta cyan yellow black Das elektronische Implantat wird in das Auge eingepflanzt und kann Menschen, die infolge der Augenkrankheit Retinitis Pigmentosa erblindet sind, ihr Sehvermögen teilweise wiedergeben. Weltweit leiden etwa drei Millionen Menschen an der Krankheit, die in der Regel zum vollständigen Verlust des Augenlichts führt. Das Implantat verfügt über einen lichtsensitiven Mikrochip in einer Größe von 9 Quadratmillimetern, der mithilfe von Photodioden Bilder erfasst und diese an Nervenzellen in der Retina kommuniziert. Der Chip ersetzt die beschädigten Stäbchen und Zapfen des Auges durch emdt.co.uk ES324396_MI1310_014.pgs 09.24.2013 23:19 UBM

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